19.04.2020 – Predigt

Wenn wir allein in diesem Leben auf Christus gehofft haben, so sind wir die elendsten von allen Menschen. 1. Korinther 15,19
(Gedanken von Karl-Heinz Jaxa)

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Ostern liegt gerade hinter uns. Die stillen Feiertage sind vorbei. Der Alltag kommt langsam wieder in Gang. Trotz sich andeutender Entspannungen bleibt Corona weiterhin eine Herausforderung für unser gesellschaftliches Miteinander, aber auch für die Art und Weise, wie wir als Christen unseren Glauben leben.
Es sind bekanntlich die Krisen, die uns manche Schwachpunkte offenbaren. Wir reflektieren unsere Verhaltensweisen, stellen tiefere Fragen. Das ist ein gutes Zeichen und ein Indiz dafür, dass sich unser Leben in positiven Prozessen der Veränderung bewegt. Unser Glaube soll ja gesund und lebendig sein und immer gefestigter werden. Das ist Gottes Wille.
Christen sind manchmal so sehr in ihrem Diesseits gefangen, dass sie einen wesentlichen Aspekt des Glaubens aus den Augen verlieren. Selbst fromme Dinge können sie so sehr einnehmen und beschäftigen, dass die Freude über das, was sie im Himmel erwartet, eingetrübt wird oder gar verloren geht.
Sollte es nicht vielmehr so sein, dass gerade die Sehnsucht nach der ewigen Heimat unser irdisches Leben mit all seinen Herausforderungen beflügelt, in guten wie in bösen Tagen? Wer an jedem neuen Morgen die Gewissheit in sich trägt, dass das Beste noch kommt -, wird das nicht seinem Glauben reichlichen Auftrieb geben und einen positiven Einfluss auf seine täglichen Entscheidungen haben? Eine Gemeinde, die als Braut Christi all ihr Tun auf ihren wiederkom-menden Bräutigam ausrichtet -, wird das nicht ihr ganzes Gemeinschaftsleben mit großer Freude erfüllen und viele Menschen fragend machen? Gewiss würden sie erkennen, welchen Unterschied es macht, wenn man nur für die Dinge lebt, die doch vergehen.
Jesus wusste um die Anfälligkeit des menschlichen Herzens. Noch vor seinem Leiden tröstete er seine erschrockenen Jünger und versicherte ihnen, dass im Hause seines Vaters viele Wohnungen sind und dass er hingehen wird, um ihnen eine Stätte zu bereiten. Es werde der Moment seiner Wiederkehr kommen. Dann werde er sie zu sich nehmen, damit auch sie beim Vater mit ihm auf ewig vereint sind (Johannes 14,1-3).
Die Jünger müssen sehr bewegt gewesen sein, als ihr Meister nach seiner Auferstehung von ihnen schied, sie segnete und in den Himmel hinaufgetragen wurde. Er verschwand nicht still und heimlich. Es war ein nie dagewesenes, erhebendes Ereignis, das sich tief in ihre Herzen einprägte. Im Lukasevangelium (Kapitel 24,50-53) wird uns geschildert, wie sie reagierten: „Und sie warfen sich vor ihm nieder und kehrten nach Jerusalem zurück mit großer Freude; und sie waren allezeit im Tempel und priesen Gott.“ Erstaunlich: Jesus geht, die Jünger müssen bleiben. Aber keine Spur von Traurigkeit, lauter Freude.
Können auch wir in dieser krisenbeladenen Welt fröhlich sein? Ja, wir können es. Und wir sollen es. Auch wenn wir noch in dieser Welt leben, sind wir nicht mehr von ihr. Wie die Jünger, so tragen auch wir die Gewissheit der zukünftigen Welt in unseren Herzen. Das gibt uns Hoffnung, Mut und Kraft. Jesus lebt in uns und hat auch uns dazu erwählt, damit wir als seine Zeugen die beste Botschaft, die es gibt, freudig weitersagen.
Wir wollen uns von den Nöten und Problemen nicht erdrücken lassen, sondern voller Hoffnung sein. Die Menschen sollen an unseren Einstellungen und unse-rem Verhalten erkennen, wofür es sich zu leben lohnt. Darum: Bleibe stets im Aufblick nach Oben!
Bedenkenträger gibt es genug. Sei in deiner Umgebung ein Hoffnungsträger!

12.04.2020 – Ostermorgen

Ostermorgen

Sonntag, 12. April 2020
13:25

Jesus war nach all der Mühe
bald schon auf in aller Frühe;
denn es zog ihn zu den Seinen,
um vor ihnen zu erscheinen.

Ihr Bekümmern und ihr Trauern
sollte nur solange dauern,
bis er sprach sein Friedenswort!
Dann war lauter Freude dort.

Auch in unsern trüben Tagen,
wo uns viele Sorgen plagen,
will der Herr auch dein und mein
treuer Frühaufsteher sein.

Karl-Heinz Jaxa

29.03.2020 – Das Wort Gottes ist nicht gebunden!

Das Wort Gottes ist nicht gebunden!
(Gedanken von Karl-Heinz Jaxa zu 2. Timotheus 2,9)
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Liebe Schwestern und Brüder, liebe Freunde!
Die Türen in den Kirchen und Gemeinden bleiben wohl noch für eine Weile ge-schlossen. Wann wir uns wieder zu den Gottesdiensten versammeln können, wird sich sicherlich bald zeigen.
Die momentane Abstinenz hält uns aber nicht davon ab, einander zu grüßen, anein-ander zu denken, füreinander zu beten und vor allem die Gemeinschaft mit unserem Gott zu pflegen, der uns in dieser Zeit besonders an sein Herz ziehen möchte. Ich bin schon sehr gespannt darauf, nach dieser Phase zu erfahren, was ihr erlebt habt bzw. was euch von Oben geschenkt worden ist.
Heute grüße ich euch mit dem Bibelvers, den ich in die Headline aufgenommen habe. Ich empfinde das Wort als sehr stark und passend für uns heute. Mancher mag sich gegenwärtig vorkommen, als wäre er sozusagen in einer Art Gefangenschaft, wenn auch nicht vergleichbar mit den Situationen, in die der Apostel Paulus um der Verkündigung des Evangeliums willen gekommen ist.
Es gibt wunderbare Privilegien, die wir als Christen nicht aus den Augen verlieren sollten. Ich spreche hier von Freiheiten, die zu keiner Zeit, durch niemand und durch nichts eingeschränkt werden können. Sie allein sind es, die uns in jeder Lage Halt und Zuversicht im Glauben geben. Sie sind im Evangelium verankert und geben uns Kraft für unser praktisches Leben im herausfordernden Alltag. Drei möchte ich nennen:
►In Galater 5,1 lesen wir, dass Christus uns freigemacht hat vom Joch jeglicher Sklaverei. Also lassen wir uns in unseren Herzen und Gedanken nicht bestimmen und einmauern von irgendwelchen destruktiven Kräften, egal woher sie kommen, weder von innen noch von außen. Der dreieinige Gott – Vater, Sohn und Heiliger Geist – ist vollkommen frei und steht über allen Dingen. Da, wo der Geist es Herrn ist, da ist Freiheit (2.Kor.3,17f.). Also nehmen wir sie reichlich in Anspruch!
►In Römer 8,35-39 lesen wir, dass uns nichts von der Liebe Gottes scheiden kann, weder Tod noch Leben und andere Mächte, die dort aufgezählt sind. Im Vers 37 heißt es, dass wir in diesem allen mehr als Überwinder sind durch den, der uns geliebt hat. Gibt es eine größere Freiheit als die, in Gottes Liebe für Zeit und Ewigkeit geborgen zu sein? Ihn „Abba-Vater“ zu nennen, welch ein Vorrecht! Er ist immer für uns da!
►In 2. Timotheus 2,9 lesen wir, dass das Wort Gottes niemals gebunden sein kann. Wie gut, dass sich die Wahrheit nicht in Ketten legen lässt. Sie kann ignoriert und abgelehnt werden. Aber niemals verliert sie ihre göttliche Kraft. Das Wort des Herrn ist gewiss und aller Annahme wert. Es macht uns stark und lehrt uns, wie wir uns in jeder Lage zu verhalten haben (1.Timotheus 4,9f; Titus 3,8). Und es offenbart uns, was kommen wird (Offenbarung 22,6). Wir essen Gottes Wort und lassen es wirken.
Was nun soll uns einengen, beherrschen, binden oder in Gefangenschaft setzen können! All die genannten Privilegien, durch die uns die inneren Freiheiten geschenkt worden sind, lassen sich nie und nimmer unter Quarantäne stellen! Wir sind Über-winder in unserem Herrn Jesus Christus!
Der Herr segne euch alle mit dem Reichtum seiner Gnade!

10.04.2020 – EINER besiegte das VIRUS des Todes

EINER besiegte das VIRUS des Todes
Ostergedanken von Karl-Heinz Jaxa
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Die anstrengenden Tage, in denen wir leben, fordern uns alle in ungewohnter Weise heraus. Da kommt Ostern doch gerade recht, weil uns die biblische Bot-schaft in Krisenzeiten Hoffnung gibt.
Ein unsichtbarer Feind
hat sich im Eiltempo auf den Weg um die Welt gemacht und versetzt Millionen von Menschen in panische Angst und Sorge. Er trägt den Namen „Corona“. Von seiner begrifflichen Bedeutung her hat er nichts mit einem Virus zu tun. Laut Wikipedia steht er ursprünglich für „Bekränzung“ und wurde als Ausdruck für etwas Schönes, Feierliches, Heiliges gebraucht. Er wird deshalb auch mit dem Begriff „Krone“ in Verbindung gebracht. Kränze aus Zweigen und Blättern oder Blumen waren festliche Zeichen in der antiken Religion, wurden aber auch zur Ehrung von Sportlern oder nach gewonnenen Kriegen als Symbole des Sieges, der Macht und Herrschaft getragen.
Mediziner haben dem Virus den Namen Corona gegeben, weil die Erreger, unter dem Mikroskop betrachtet, eine auffällige „Bekränzung“ aufweisen (lateinisch: corona).
Die Menschheit hält den Atem an.
Wen dieses Virus kalt erwischt, der bangt um sein Leben. Eine große Anzahl ist ihm schon zum Opfer gefallen. Bei den meisten wirkt er sich relativ harmlos aus, weil ihr Organismus genügend Abwehrkräfte hat. Das mindert aber nicht seine Gefährlichkeit. Virologen mühen sich Tag und Nacht, die Heimtücke dieses neu-artigen Virus zu entschlüsseln und forschen in großer Eile nach einem wirksamen Gegenmittel, um die Gesundheitssysteme vor Überlastung zu schützen.
Ein winziger Erreger bringt die Gesellschaft innerhalb kürzester Zeit in eine Krise unabsehbaren Ausmaßes und zwingt uns Menschen, unsere Verhaltensweisen und Wertmaßstäbe neu zu überdenken und zu korrigieren.
Es gibt ein weitaus gefährlicheres Virus,
das schon seit Menschengedenken im Umlauf ist und uns die Bedeutung der Karwoche und die Notwendigkeit von Ostern näher bringt.
Der Erreger, von dem die Bibel spricht, trägt den Namen „Sünde“ und bedeutet so viel wie Zielverfehlung. Gott hatte gute Absichten und edle Ziele im Sinn, als er den Menschen nach seinem Ebenbilde erschuf. Aber als Adam und Eva sich durch die List der Schlange zur Sünde verführen ließen, zerbrach die Gemein-schaft mit ihrem Schöpfer. Der Tod war im Topf und von menschlicher Seite her nicht mehr rückgängig zu machen. Seitdem hat sich die Sünde überall verbreitet und jeden Menschen infiziert (Römer 3,10ff; 5,12ff). Sie ist die maßgebliche Ur-sache für die vielen kleinen und großen Krisen auf dieser Erde. Alle Gescheiten und alle Kräfte dieser Welt zusammengenommen vermögen es nicht, dieses Virus zu stoppen. Sein Ziel ist der sichere Tod und das ewige Getrenntsein der Men-schen von Gott. Wer davon befallen ist, braucht dringend ein rettendes Gegen-mittel, das nicht in den Laboren dieser Welt zu finden ist. Die Rettung muss von Oben kommen. Und – Gott sei Dank – sie ist da für jeden, der unter der Sünde leidet und ihr entkommen will.
Es gibt nämlich diesen Einen,
der allein in der Lage war und ist, die Sünde zu besiegen und ihr die Macht zu nehmen. Gott sandte – von langer Hand vorbereitet – einen Mittler zu uns, der für uns Menschen das Heil erwarb (1. Timotheus 2,4-6; Hebräer 9,15). Er trägt den Namen, der über alle Namen ist. Er lautet JESUS.
Als sich die Apostel Petrus und Johannes vor dem Hohen Rat unter Androhung von Strafe verantworten mussten und sagen sollten, in wessen Namen sie den Lahmen vor der Tempelpforte heilten, antwortete Petrus, erfüllt mit Heiligem Geist: „Wenn wir heute über die Wohltat an einem kranken Menschen verhört werden, wodurch dieser geheilt worden ist, so sei euch und allen und dem ganzen Volk Israel kund: Im Namen Jesu Christi, des Nazareners, den ihr gekreuzigt habt, den Gott auferweckt hat aus den Toten – in diesem Namen steht dieser gesund vor euch.“ „Und es ist in keinem anderen das Heil; es ist auch kein anderer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, in dem wir gerettet werden müssen.“ (Apostelgeschichte 4,7-12).
Dieses Evangelium geht bis heute um die Welt und berührt die Herzen. Es ist für alle Zeiten das Mittel gegen alle Macht der Sünde, des Todes und des Teufels und erfüllt die Menschen in ihren tiefsten Krisen mit Freude, Frieden, Hoffnung und Zuversicht. Die Menschen, die Jesus ihre Schuld und Sünde bekennen und ihn als Herrn in ihr Leben aufnehmen, erfahren Vergebung, Heilung und Befreiung von dämonischen Belastungen. Sie sind der Sünde gestorben, und ihr Leben ist auf ewig verborgen mit dem Christus in Gott (Kolosser 3,3.4).
Weil der Name „Corona“ auch für „Krone“ steht, werde ich an zwei Kronen erinnert, die im Blick auf die Erlösung bedeutend sind.
Die Dornenkrone steht für den Karfreitag.
Jesus hatte, wenn man so will, auch seine „Corona-Krise“ (Matthäus 27,27ff). Es war die größte Krise seit Menschengedenken. Sie war so einzigartig und leidvoll, dass nur Jesus sie durchstehen und uns zum Segen werden lassen konnte.
Die Soldaten flochten bei seiner Kreuzigung eine Krone aus Dornen und drückten sie ihm auf sein unschuldiges Haupt. Mit Spottrufen machten sie seine Königs-würde verächtlich. Der ganze diabolische Hass einer grölenden Menge entlud sich über unseren Herrn.
Aber Jesus, das Lamm Gottes, ließ sich nicht provozieren, sondern nahm aller Welt Sünde auf sich und trug sie hinweg. Denn nur dazu war er ja gekommen, um unser Erlöser zu werden (Johannes 1,29). Und in der dunkelsten Stunde der Finsternis, am Kreuz, rief er aus: ES IST VOLLBRACHT! Der, der ohne Sünde war, vergoss sein kostbares Blut, das uns von all unseren Sünden reinwäscht. Jesus besiegte durch seinen Tod den Tod, und schlug Satan mit seinen eigenen Waffen. Seine Macht brach entzwei (Johannes 19,30; 1.Korinther 15,54ff).
Golgatha offenbart uns einerseits wie schrecklich und verwerflich die Sünde in Gottes Augen ist. Die Bibel vergleicht sie auch mit dem Aussatz, der den Körper unheilbar befällt, es sei denn, Gott tut ein Wunder. Golgatha offenbart uns vor diesem Hintergrund aber andererseits umso mehr die unbegreifliche Liebe Gottes. Sie wird uns an keinem anderen Ort so bewusst, wie am Kreuz, und berührt uns bis ins Innerste (Johannes 3,14-18; 2. Korinther 5,21; Jesaja 53).
Die Dornenkrone ist nun zum Symbol der Gnade geworden und verkörpert das tiefe Erbarmen Gottes einer gefallenen Menschheit gegenüber. Denn unter dieser Krone erblicken wir das freundliche Angesicht Jesu (Hebräer 2,9ff; Micha 7,18.19).
Die Königskrone steht für Ostern.
Für uns wäre nichts gewonnen, wenn Jesus nicht auch der wäre, der triumphal von den Toten auferstanden ist (Apostelgeschichte 2,29ff; 1. Korinther 15).
Noch als er auf Erden war und sich seinen Jüngern zeigte, hörten sie kurz vor seiner Himmelfahrt die machtvollen Worte aus seinem Mund: „Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden“ (Matthäus 28,18). Das war der Auftakt zur großen Weltmission, die mit Pfingsten begann und bis heute nicht aufgehört hat.
Als Jesus zu seinem Vater auffuhr, brachte dieser ihn zu königlichen Ehren. Er empfing seine Herrscherkrone, weil er bereit war, sich bis zum Tode am Kreuz zu erniedrigen, um dich und mich zu erlösen (Philipper 2,7-11; Hebräer 2,7-10).
Aus infizierten Sündern macht Gott befreite Königskinder und krönt sie mit Gnade und Erbarmen (Psalm 103,4; vgl. Hesekiel 16,12). Sie sind mit Christus eins gemacht und herrschen im neuen Leben über die Sünde (Römer 6,1ff). Er hat die Gemeinde Jesu zu einem Volk von Königen und Priestern gemacht, damit sie in dieser Welt die Tugenden Christi verkündigen (1. Petrus 2,9f.; Offenbarung 1,6).
Lasst uns diesmal in den Häusern Ostern feiern!
Die augenblickliche Lage macht es uns leider nicht möglich, an Karfreitag und Ostern zusammenzukommen, um miteinander zu feiern. Das erinnert mich an eine Begebenheit im Alten Testament, die in gewisser Weise unserer Situation ähnelt; denn die Israeliten mussten sich damals in der Nacht vor ihrem Auszug aus Ägypten auch in ihren Familien und Häusern versammeln und dort bis zum Morgen bleiben, weil Gott es so anordnete (2. Mose 11 u. 12).
Gott erwartete, dass sie sich heiligen und das Passahlamm schlachten. Es musste genau zubereitet sein und von den Familienangehörigen ganz verzehrt werden. Mit dem Blut des fehlerlosen Opfertieres mussten sie die Pfosten und die Oberschwelle ihrer Türen bestreichen. Weil Gott dieses Blut an den Häusern sah, blieben sie geschützt, als die todbringende zehnte Plage des Nachts über die Ägypter kam. Außerdem mussten sie am Morgen danach abmarschbereit sein; denn sie sollten das Land in Eile verlassen (2. Mose 11 u. 12).
Auch wir haben ein Opferlamm, durch das unsere Gemeinschaft mit Gott und untereinander begründet ist (1. Korinther 10,16.17). Wir sind Gottes Volk des neuen Bundes, Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen. In dieser Welt sind wir Gäste und Fremdlinge. Sie ist nicht mehr unser Zuhause. Durch das Kreuz unseres Herrn ist uns die Welt gekreuzigt und wir der Welt (Galater 6,14). Wir füh-len uns im Geist dieser Welt nicht mehr zu Hause (Epheser 2,12.19; Galater 6,14; 1. Johannes 2,15-17). Obwohl wir als Botschafter Christi mit einem Sonderauftrag in dieser Welt leben, sind wir doch aus ihr ausgezogen und gehen durch die Leiden dieser Zeit auf das himmlische Kanaan zu; denn wir erwarten die bessere Stadt, die wir im Glauben schon erblicken (2. Korinther 5,20; Römer 8,18ff; Hebräer 13,14; Hebräer 12,22-24; Philipper 3,20.21).
All diese Wahrheiten bezeugen wir, wenn wir das Abendmahl miteinander ein-nehmen (1. Korinther 11,23ff). Durch unseren Glauben an unseren Herrn sind wir in diese Wirklichkeit hineingestellt. Wir brauchen kein Lamm mehr zu schlachten und auch nicht unsere Häuser zu bestreichen; denn wir leben im Neuen Bund. Christus ist das Lamm Gottes für uns. Er muss nicht noch einmal kommen und für uns sterben. Sein Opfer ist vollkommen. Wir sind Tempel des Heiligen Geistes geworden. Und unsere Herzen und Gewissen bedürfen immer wieder der Reinigung durch Christi vergossenes Blut. Im Mahl nehmen wir das gebrochene Brot als Symbol seines Leibes zu uns und trinken aus dem Kelch des neuen Bundes, der sein Blut symbolisiert. So bezeugen wir unsere Teilhabe an unserem Herrn, so wie er es uns gelehrt hat (Johannes 6,53-55).
So wie die Israeliten damals ihre ganze Aufmerksamkeit auf das Lamm richten sollten, so sollen auch wir es tun. Es ist alles vollbracht. Gott hat uns einen Tisch gedeckt, im Angesicht von Feinden und Bedrohungen. In Christus sind wir geseg-net mit allen Segnungen in der Himmelswelt. In ihm sind wir gewappnet und ge-schützt gegen alle Widerwärtigkeiten. Mögen die Zeiten und Umstände uns noch so sehr bedrohen, wir brauchen nichts zu fürchten. Er ist immer Derselbe, gestern, heute und in Ewigkeit (1. Korinther 19,16.17; Epheser 3,1ff; Hebräer 2,13-18; 13,8).

Lasst uns seinen Namen erheben und ihm die Ehre geben!